
Die Selektion bei den Intensivrassen basiert auf Eigenleistungsergebnissen, die vorrangig in der Feldprüfung ermittelt werden.
In den aktiven Zuchtbetrieben werden systematisch die Geburts-, Absetz- und Jährlingsgewichte sowie die Bemuskelungsnoten von allen männlichen und weiblichen Tieren erfasst. Dabei werden die Gewichte zwischen dem 90. und 280. Lebenstag als Absetzgewichte (200-Tage-Gewicht) und zwischen dem 281. und 500. Lebenstag als Jährlingsgewichte (365-Tage-Gewicht) für die Zuchtwertschätzung genutzt. Die Beurteilung der Bemuskelung erfolgt subjektiv nach einer Notenskala von 1 bis 9.
Darüber hinaus sind die Bewertung der Herdbuchkühe nach der 1. und 3. Kalbung sowie die Körung der Jungbullen Bestandteile der Leistungsprüfung im Fleischrindbereich.
Neben der Feldprüfung wird die Eigenleistungsprüfung seit 2005 auch unter Stationsbedingungen durchgeführt. Von 2005 bis 2008 fand die Prüfung in der Besamungsstation Woldegk statt, seit 2009 werden die Jungbullen in der Mastprüfanstalt Laage geprüft.
Durch einheitliche Umweltbedingungen bietet die Stationsprüfung den Vorteil, die genetisch bedingten Leistungsunterschiede von den umweltbedingten Einflüssen trennen zu können. Ziel ist eine sicherere Zuchtauswahl sowie die Erhöhung der Absatzchancen auf dem Zuchttiermarkt.
| Geburtszeitraum | Einstallung | Abschlusswiegung | Abschlussbewertung |
| 31.10.-11.12.11 | 01.06.12 | 14.11.12 | 21.11.12 |
| 12.12.11-22.01.12 | 11.07.12 | 26.12.12 | 02.01.13 |
| 23.01.-04.03.12 | 22.08.12 | 06.02.13 | 13.02.13 |
| 05.03.-20.04.12 | 02.10.12 | 20.03.13 | 20.03.13 |

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit der Zuchtbetriebe ist eine fruchtbare, leistungsstarke und langlebige Mutterkuh. Zur Feststellung der Zuchtleistung werden in den Zuchtherden das Erstkalbealter, die Zwischenkalbezeit und die Normalgeburtenrate erfasst. Der Einfluss des Managements und des Züchters auf diese Merkmale ist allerdings sehr groß, so dass für die Zuchtleistung zurzeit keine Zuchtwertschätzung entwickelt werden kann.
Aus den zur Fleischleistung verfügbaren Informationen wird im VIT Verden eine zentrale Zuchtwertschätzung für die Fleischrindrassen Angus, Blonde d’ Aquitaine, Charolais, Fleckvieh, Hereford, Limousin, Salers und Uckermärker durchgeführt.
Es werden Zuchtwerte nach einem BLUP-Mehrmerkmals-Tiermodell geschätzt.
Der Relativzuchtwert Fleisch (RZF) ist eine Zusammenfassung der drei Einzelzuchtwerte Aufzuchtleistung (maternal), tägliche Zunahme bis zum 365. Lebenstag und Bemuskelung am 365. Lebenstag.

Prüfabschluss und Abschlussbewertung