5 Verbände, 7 Rassen, 63 weibliche Zuchtrinder - eine mutige Idee fand am 5. und 6. Mai 2009 im „Brandenburger Rindermarkt“ in Groß Kreutz ihre erfolgreiche Umsetzung!
Ziel war es, mit der 1. Veranstaltung von „Best of“ eine Schau und Auktion für weibliche Spitzengenetik zu etablieren, die in dieser Form an alternierenden Standorten gute Tradition werden könnte.
In Zeiten von Krise und Stagnation beschritten die beteiligten Organisationen FHB, Masterrind, RBB, RMV und RSH gemeinsam mit ihren Züchtern einen neuen Weg, um Absatz für hochkarätige Fleischrind-Genetik zu schaffen. Der Erfolg war keineswegs von vornherein gewiss, die Veranstaltung alles andere als ein Selbstläufer. Den Organisatoren hat „Best of“ mit Sicherheit einige schlaflose Nächte gekostet. Aber Dank intensiver Vorarbeit - beginnend bei der Auswahl und Vorbereitung der Tiere durch die Züchter, über die langfristige Werbung und gezielte Arbeit mit möglichen Kaufinteressenten, bis hin zu einer hervorragenden Organisation der zwei Veranstaltungstage durch den Hausherrn, die RBB GmbH, - können die Beteiligten auf eine gelungene Veranstaltung mit erstklassigen Tieren, einem zahlreichen fachkundigen Publikum und hervorragenden Verkaufsergebnissen zurückblicken.
Führige Spitzenfärsen auf dem Weg nach Groß Kreutz
„Die richtige Wahl ist getroffen, wenn der Besitzer das Rind am liebsten selbst behalten möchte!“ - mit diesem Ansatz gingen Zuchtverbände und Züchter an die Selektion der Verkaufsfärsen. Und so vereinte der Katalog für „Best of“ tatsächlich jede Menge „Sahnestücke“, begonnen beim 10 Monate alten Jungrind bis hin zur 2 ½ jährigen tragenden Färse. Rund 90 Rinder der Rassen Angus, Blonde d’Aquitaine, Charolais, Fleckvieh, Hereford, Limousin und Uckermärker standen im Katalog.
„Lieber 3 Bullen führig machen als eine Färse!“ - diese Feststellung konnte man im Vorfeld des Auftriebs aus manchem Züchtermund hören. Unbedingte Führigkeit war jedoch Grundbedingung und ein wichtiges Verkaufsargument. Nicht jedes vorgesehene Rind fand daher den Weg nach Groß Kreutz. Am Ende standen schließlich 63 bestens vorbereitete schmucke junge „Damen“ im Verkaufsstall des Brandenburger Rindermarktes. Die 41 Züchter dieser Tiere haben damit echte Pionierarbeit geleistet: sie haben den Aufwand nicht gescheut, ihre besten Tiere auf dieses besondere Ereignis vorzubereiten – auch mit dem Risiko, das eine Auktion immer in sich birgt, dass man vielleicht nicht immer und für jedes Tier Absatz findet und den Wunschpreis erzielt.
Prämierung und Championauswahl als Orientierungshilfe für die Käufer
Um die absoluten Spitzentiere herauszustellen und den Kaufinteressenten eine Orientierung über die im Katalog abgedruckten Angaben hinaus zu geben, fand am Nachmittag des Auftriebstages die Prämierung der Verkaufsrinder statt.
Mit besonderer Spannung wurde dabei natürlich die Wahl der rasseübergreifenden Champions in den Kategorien „tragende Rinder“, „Jungrinder Geburtsjahr 2007“ und „Jungrinder Geburtsjahr 2008“ erwartet. Die Vorführung der zur Auswahl stehenden Ia-Tiere am Vormittag des Auktionstages war bereits ein besonderer Augenschmaus. Die schwere Aufgabe, unter den Besten nun die Allerbesten auszuwählen, fiel den Zuchtleitern Friedrich Averbeck und Dr. Josef Dissen zu.
In der jüngsten Kategorie fiel insbesondere die bestechend entwickelte hornlose Herefordfärse „Inghua“ (Kat.-Nr. 62) aus dem Zuchtbetrieb HERENOMAD, Beilrode, ins Auge, ein im oberen Rahmenbereich stehendes, dabei sehr schön tiefes, perfekt harmonisches Tier mit australisch-kanadischer Blutlinienführung, das trotz seiner Jugend sehr viel Potential erkennen ließ.
Die mittlere Altersklasse konnte die ebenfalls genetisch hornlose Blonde d’Aquitaine-Färse „Idiella“ (Kat.-Nr. 21) aus der Zucht von Klaus-Dieter Golze, Dassel, für sich entscheiden.
Bei gut mittlerem Rahmen gefiel „Idiella“ durch Ausstrahlung und den femininen Gesamteindruck, darüber hinaus durch eine hervorragend plastische Bemuskelung mit langer Keule und ausgewogener Körpertiefe. In ihrer Genetik vereint „Idiella“ französische Linien auf der Vaterseite mit kanadischem Hornlosblut über die Mutter.
Die Entscheidung bei den tragenden Färsen war vor dem Hintergrund eines unterschiedlich angestrebten Erstkalbealters und dadurch entstandener Altersunterschiede von exakt einem ganzen Jahr sicherlich die schwierigste und damit spannendste - gut nachvollziehbar dennoch die Wahl der Limousinfärse „Orelia“ (Kat.-Nr. 68) aus der Zuchtstätte Marvin Campe, Staffhorst. Mit 2 ½ Jahren ließ „Orelia“ in ihrer Entwicklung und weiblichen Ausstrahlung bereits die spätere Zuchtkuh deutlich erkennen, überzeugte durch Zuwachs, Tiefe und Bemuskelung ebenso wie durch ein sauberes Skelett, gute Übergänge und harmonische Bewegungsabläufe.
Aus Mecklenburg-Vorpommern waren 7 Züchter mit insgesamt 8 Färsen vertreten.
Zwei Ia- sowie drei Ib-Preise sprachen für die sehr gute Qualität unserer Färsen und ließen auf solide Ergebnisse in der Versteigerung hoffen (Tabelle 1).
Tabelle1: Ia- und Ib-prämierte Tiere aus M-V
Kate-gorie | Prämie-rung | Kat.-Nr. | Name | Geb.-datum | Besitzer |
tragend | Ib | 11 | Delia r | 19.12.07 | Götz, S., Weltzin |
GJ 08 | Ia | 16 | Gusti r | 24.02.08 | Putenmasthof Cölpin GmbH |
Ib | 11a | Vivi K r | 03.01.08 | Gut Karow GbR | |
tragend | Ia | 85 | Sara P | 11.10.07 | Deppe GbR, Lieblingshof |
Ib | 82 | Helene P | 01.02.07 | Hagedorn, S., Wittenbeck |
Spitzenpreis von 3300 Euro
In einer flüssigen Auktion mit flotten Geboten und einer positiven Gesamtstimmung konnten 61 Rinder zu einem Durchschnittspreis von 1.830 Euro verkauft werden – ein Ergebnis, das selbst optimistische Erwartungen der Organisatoren deutlich übertraf.
Zielte die Veranstaltung in den Anfangsplanungen ursprünglich schwerpunktmäßig auf ausländische Kaufinteressenten ab, so zeigte sich erfreulicherweise, dass auch im Inland ein interessierter Markt für die angebotene führige Spitzengenetik besteht, der die gegenwärtig eher schwache Nachfrage aus dem Ausland gut auffangen konnte.
Honoriert wurden von den Käufern neben einer sehr guten Optik und Entwicklung der Färsen insbesondere interessante aktuelle Genetik, nachgewiesene Trächtigkeit allgemein und spezielle Anpaarungen der tragenden Färsen im Besonderen sowie genetische Hornlosigkeit bei gutem Rassetyp.
Der höchste Einzelpreis (3300 €) wurde für das 1 ½ jährige genetisch hornlose Limousin-Jungrind „Stefka“ aus der Zucht von Dr. Jan Christoph Bielfeldt erlöst. Die Verkaufsergebnisse der einzelnen Rassen sind der Tabelle zu entnehmen.
Tabelle 2: Verkaufsergebnisse der Fleischrindfärsenauktion „Best of“ am 06.05.2009
Rasse |
| aufgetriebene Tiere | verkaufte Tiere | Durch-schnitts-preis | von | bis |
Angus |
| 9 | 9 | 1250 € | 900 € | 1700 € |
Blonde d'Aquitaine | 5 | 5 | 1960 € | 1600 € | 2500 € | |
Charolais |
| 14 | 13 | 2042 € | 1100 € | 2800 € |
Fleckvieh |
| 10 | 10 | 2040 € | 1500 € | 2900 € |
Hereford |
| 5 | 5 | 1610 € | 1100 € | 2700 € |
Limousin |
| 13 | 13 | 1938 € | 1400 € | 3300 € |
Uckermärker | 6 | 6 | 1733 € | 1100 € | 2400 € | |
gesamt |
| 62 | 61 | 1830 € | 900 € | 3300 € |
Auch die Tiere aus Mecklenburg-Vorpommern fanden jeweils neue Besitzer. Den höchsten Preis erzielte hier die Uckermärkerin „Sara“ mit 2400 €. Zahlreiche Züchter aus Mecklenburg-Vorpommern fanden sich nicht nur als Zuschauer, sondern auch als Käufer oder Kaufinteressenten am Auktionsring ein und boten fleißig mit. So wurden insgesamt acht Fleckvieh-, zwei Limousin-, eine Charolais-, drei Uckermärker- und zwei Angusfärsen durch Zuchtbetriebe aus M-V angekauft.
Beschicker und Organisatoren von „Best of“ danken allen Kunden, die mit ihrem Kauf zum Gelingen der ersten Färsenauktion beigetragen haben, für das erwiesene Vertrauen und wünschen Freude an den erworbenen Tieren, Züchterglück und viele gute Nachkommen!
Wir freuen uns mit Ihnen auf „Best of – die Zweite“ im nächsten Jahr!
Sabine Schmidt