Absetzer aus der Mutterkuhhaltung

Qualität und Gewicht entscheiden über den Preis

Eine Zufütterung auf der Weide ab Juli/August gewährleistet hohe Zunahmen und damit eine gute Bemuskelung der Absetzer

 

Aus dem Betriebszweig Mutterkuhhaltung gehen die männlichen und weiblichen Absetzer fast ausschließlich in die Weitermast. Zu einem großen Teil verbleiben die männlichen Tiere in Deutschland. Der überwiegende Teil an weiblichen Tieren und eine geringe Anzahl an männlichen Tieren ausgewählter Qualität wurden bislang in den west- und südeuropäischen Ländern gemästet.

 

Mutterkuhhalter müssen sich den Anforderungen des Marktes stellen

In der bevorstehenden Saison scheint erstmals ein Überangebot an männlichen und weiblichen Absetzern zu existieren. Waren es doch vor allem die Mäster, die die hohen Absetzerpreise im vergangenen Herbst in der Hoffnung zahlten, dass die Schlachtpreise ebenfalls ansteigen würden. Somit zahlten die Mäster drauf und werden in dieser Saison garantiert nur einstallen, wenn sie eine reale Chance sehen, ihren Betriebszweig Mast rentabel zu gestalten. Neben dem Preisniveau sind für den Mäster folgende Aspekte, die der Mutterkuhhalter maßgeblich selbst in der Hand hat, besonders wichtig:

  • Einsatz der profilbestimmenden Fleischrinderrassen Charolais, Uckermärker, Limousin, Blonde als Kreuzungspartner
  • hoher Gesundheitsstatus in den Herden
  • hohe Tageszunahme bis zum Absetzen: mind. 1.200 g bei den männlichen und  mind. 900 g bei den weiblichen Absetzern
  • einheitlich große Partien
  • optimales Absetzalter für den Mäster liegt zwischen 6 und 8 Monaten

 

Schlachtviehpreise für den Mäster zu niedrig

Die Preise für Schlachtbullen sind seit März 2007 rückläufig und betrugen für U-Qualitäten im Mittel nur 2,80 € je kg Schlachtgewicht, das sind ca. 10 % unter dem Vorjahresniveau.
Gründe für eine derartige Preisentwicklung waren dabei sehr vielfältig:

  • geringere Nachfrage nach Rindfleisch im Inland
  • Rückgänge im Rindfleischexport nach Russland und Südeuropa
  • verstärkter Ankauf von Rindfleisch aus Osteuropa (im 1. Halbjahr + 10 %)
  • gestiegener Anteil an Rindfleischimporten aus Südamerika

 

Dem Mutterkuhhalter geht es nur gut, wenn es dem Mäster auch gut geht

Da der Preis für Absetzer in starkem Maße an dem Preis für Schlachtbullen gekoppelt ist, muss auch hier mit 10 % geringeren Verkaufserlösen gerechnet werden. Als Orientierung gilt, bei einem Schlachtpreis (U-Qualität) von 3,00 €/kg kann der Preis für Absetzer auch nur bei ca. 3,00 €/kg Lebendgewicht (bis 200 kg) liegen. Liegt der Preis jedoch höher, als der kg-Preis für Schlachtbullen - wie es in der Vergangenheit häufig war - so ist eine rentable Mast nicht mehr gegeben. Des Weiteren steht die Bullen- und Färsenmast mittlerweile im Wettbewerb mit alternativen Verfahren zur Energiegewinnung, die zum Teil um dieselben Rohstoffe konkurrieren. Empfindlich gestiegene Getreidepreise verlangen ebenfalls ein Umdenken in der Mast.

 

Erfolgreiche Vermarktung - dazu gehören Vertrauen und Zuverlässigkeit

In den vergangenen Jahren hat die Abteilung Vermarktung der RMV für eine erfolgreiche Absetzervermarktung die verschiedensten Absatzwege im In- und Ausland geschaffen.

Wöchentlich werden fast 2 Verladungen mit Absetzern abgefertigt. Über 6.000 Fleischrinder konnten somit auf unterschiedlichem Wege vermarktet werden.Auch in diesem Jahr werden wir auf Wunsch vor Ort sein und ihre Absetzer zu Tageshöchstpreisen aufkaufen. In erster Linie werden die Qualität der Tiere, das Absetzgewicht und die Partiegröße über das Preisniveau mitentscheiden. Auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bei einer zuverlässigen Abwicklung des Tagesgeschäftes legen wir sehr viel Wert. Ihr Tierzuchtinspektor ist dabei ganz in ihrer Nähe.

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